Revitalisierung

Das Thema ist auch hier bekannt: Urbane Räume wachsen nicht nur, an vielen Orten schrumpfen städtische Territorien. In Ostdeutschland ein veritables Problem. Der schnell als Ursache in die Debatte gebrachte demographische Wandel taugt aber nicht als Alleinerklärungsmodell. Es gibt verschiedene Gründe. Und Motive. Zunächst einmal muss man einfach zur Kenntnis nehmen, dass den Orten die Menschen “irgendwie” abhanden kommen. Klingt blöd, aber darüber sollte zuerst nachgedacht werden. Naheliegend sind wirtschaftliche, aber auch kulturelle und soziale Prozesse, die Stadträume, Schritt für Schritt, zu öden und unwirtlichen Territorien werden lassen. Was kann man tun? Die IBA Sachsen-Anhalt 2010 hat sich unter dem schönen Motto “Weniger ist Zukunft” auch damit auseinandergesetzt. Strukturwandel ist ein immer wieder auftauchendes, und deshalb nicht weniger passendes “buzzword” in diesem Zusammenhang.  Die amerikanische Autostadt Detroit vereinigt ziemlich sicher verschiedene “Treiber”, die im schlimmsten Fall zum totalen Verlust von lebenswertem Stadtraum führen. Der “Design Observer” stellt in einem Beitrag Ideen und Initaitiven aus Detroit vor, die den unumkehrbaren Wandel als Anlaß nehmen, verloren geglaubten Stadtraum neu und etwas “anders” zu revitalisieren.

Stadtlabor

Exemplarisch für die wachsende Wohnraumproblematik großer Städte ist die Situation in München. Natürlich auf einem sehr exponierten Level, aber dennoch: Es gibt kaum noch Liegenschaften auf die die Kommune selbst steuernd zugreifen könnte. Private Bauträger halten sich zurück oder kommen nicht an passenden Baugrund. Zumindest nicht an solchen, der, bebaut, lukrative Renditen verspricht. Die schlechten Lose gezogen haben dabei junge Familien und Ältere, die jeden Euro umdrehen müssen. Problematisch für die Städte: Die Zentren laufen zusehends Gefahr, zu Biotopen für besonders Wohlhabende zu werden, in den Randgebieten sammelt sich der Rest. Eigentlich heißt eine simple Gleichung: Stadt = Vielfalt. Und zwar nebeneinander und miteinander. Zur aktuellen Lage in München ein Beitrag von Michael Tibudd in der Süddeutschen Zeitung.