Next Step Architekturwoche

Gleich nach den “Wissenswelten” zieht das Hochschulprojekt r21 vom Campus der Universität Augsburg ein paar Viertel weiter auf das Gelände des Textil- und Industriemuseums (tim). Dort sind wir Gast der A5 (Fünfte Architekturwoche des BDA Bayern). Thematisch durch das Motto “Umbruch, Abbruch, Aufbruch” eine ideale Umgebung für unser Projekt. Im Laufe der nächsten Tage werden wir versuchen, an dieser Stelle vermehrt architekturrelevante Aspekte der Stadtentwicklung aufzugreifen. Sicher gilt auch hier: Es kann nur helfen, den Blickwinkel zu erweitern und Wahrnehmungen aus den Sozialwissenschaften, der Ökonomie, der Ökologie, der Technologieentwicklung, den Medien und des (erweiterten) Design (-begriffs) ins Spiel zu bringen. So weit. So gut.

Early sneak

Kurz mal den Vorhang lupfen und einen Ausblick auf die Arbeiten der am Projekt r21 beteiligten Multimedianer der Hochschule Augsburg werfen? Gerne. Alle Filme und Animationen (und natürlich noch sehr viel mehr) sind am 15.7. ab 10 Uhr den gesamten Tag im Rahmen der Wissenswelten zu sehen. Zukunft ist die Zeit, die der Gegenwart folgt. Heute nachdenken, morgen danach handeln. Ganz einfach, oder?

Über den Horizont schauen

Was steht an? Entwicklungen, die eventuell Einfluss auf unser zukünftiges Leben haben werden, müssen identifiziert, beobachtet und kritisch befragt werden. Möglicherweise kann man “antizipativ” etwas lernen, also vor dem eigentlichen Problemfall Sorge dafür tragen, dass die Problemursache gar nicht erst entsteht. Schwieriger getan als gesagt. Denn dazu muss man ziemlich weit aus dem eigenen (Elfenbein-) Turm schauen und Dinge wahrnehmen, die man sonst überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen würde. Weil sie uns scheinbar nichts angehen, weil wir keine Zusammenhänge und Bezüge zu unserem Alltag und uns selbst herstellen können (oder wollen), weil Trägheit den Blick verengt. Vielleicht nicht ganz so negativ? Ein recht brauchbarer Ansatz, um ein wenig Dynamik in selbstbezogene Perspektiven zu bekommen, liegt im bewusst herbeigeführten Diskurs unterschiedlicher fachlicher Wahrnehmungen und Verständnisse. Interdisziplinäres Arbeiten, sagt man dazu. Sogenannte Monitoring- und Foresight-Prozesse oder Szenarioplanungen bauen darauf auf. Die seit geraumer Zeit geführten Diskussionen über “Design Thinking“, die Design als komplexe soziologische, technologische und gestalterische Entwicklungsarbei sehen, knüpfen konsequenterweise den Faden in Richtung “Foresight” beziehungsweise “Future Thinking“. Anspruchsvoll, aber sehr anregend.

Go ahead

Es ist wie beim Arzt. An einer Stelle des Körpers zwickt und schmerzt es, an mehreren anderen liegen die Ursachen dafür. Nicht schlecht, wenn man die Zusammenhänge herstellen kann. Noch besser, wenn man weiß, wie alles wieder ins Lot kommt. In genau drei Wochen, am 15.7.2010, stellt sich ein interdisziplinäres Hochschulteam einer, sagen wir mal, durchaus ähnlichen Aufgabe. Auf dem Campus der Universität Augsburg gibt es im Rahmen der “Wissenswelten” der Metropolregion München eine Art Momentaufnahme zu den Herausforderungen zukünftiger Stadtentwicklung zu sehen. Lassen sich die Abhängigkeiten und die Spielräume der oft engen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zwänge und Interessen überhaupt kenntlich machen? Fast immer liegen auch hier einem Problem mehrere, nicht unmittelbar erkennbare Ursachen zugrunde. Ein erster Schritt: Der Versuch, Zusammenhänge und Verbindungen aufzeigen. Bald mehr dazu.