Next Step Architekturwoche

Gleich nach den “Wissenswelten” zieht das Hochschulprojekt r21 vom Campus der Universität Augsburg ein paar Viertel weiter auf das Gelände des Textil- und Industriemuseums (tim). Dort sind wir Gast der A5 (Fünfte Architekturwoche des BDA Bayern). Thematisch durch das Motto “Umbruch, Abbruch, Aufbruch” eine ideale Umgebung für unser Projekt. Im Laufe der nächsten Tage werden wir versuchen, an dieser Stelle vermehrt architekturrelevante Aspekte der Stadtentwicklung aufzugreifen. Sicher gilt auch hier: Es kann nur helfen, den Blickwinkel zu erweitern und Wahrnehmungen aus den Sozialwissenschaften, der Ökonomie, der Ökologie, der Technologieentwicklung, den Medien und des (erweiterten) Design (-begriffs) ins Spiel zu bringen. So weit. So gut.

Is less more?

Bis zum Jahr 2020 wird mehr als jeder dritte Erwerbstätige in Europa das 50. Lebensjahr überschritten haben. Durch diese strukturellen Veränderungen werden sich auch soziale und kulturelle Gefüge verändern. Das hat natürlich große Auswirkungen auf die bisherige Arbeitswelt. Ein über 50-jähriger Arbeitnehmer hat andere Bedürfnisse, aber auch andere Qualifikationen als ein 30-jähriger Berufstätiger. Eine entsprechende (Neu-) Orientierung der Arbeitsorganisation könnte ein wichtiges Thema für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen werden. Vor allem im internationalen Wettbewerb. Denn im Gegensatz zu anderen Kontinenten werden in Europa schon in zehn Jahren die Folgen des demographischen Wandels spürbar sein. Unternehmen in einer postindustriellen Arbeitswelt werden zur Bewältigung der Herausforderungen eine “Renaissance des Stellenwertes des Menschen im Unternehmen” anstreben müssen. Zwei Kernfragen lauten deshalb: Wie möchten (und wie können) wir in unseren Berufswelten alt werden? Mehr dazu am 15.7. auf den “Wissenswelten”.

Early sneak

Kurz mal den Vorhang lupfen und einen Ausblick auf die Arbeiten der am Projekt r21 beteiligten Multimedianer der Hochschule Augsburg werfen? Gerne. Alle Filme und Animationen (und natürlich noch sehr viel mehr) sind am 15.7. ab 10 Uhr den gesamten Tag im Rahmen der Wissenswelten zu sehen. Zukunft ist die Zeit, die der Gegenwart folgt. Heute nachdenken, morgen danach handeln. Ganz einfach, oder?

Go ahead

Es ist wie beim Arzt. An einer Stelle des Körpers zwickt und schmerzt es, an mehreren anderen liegen die Ursachen dafür. Nicht schlecht, wenn man die Zusammenhänge herstellen kann. Noch besser, wenn man weiß, wie alles wieder ins Lot kommt. In genau drei Wochen, am 15.7.2010, stellt sich ein interdisziplinäres Hochschulteam einer, sagen wir mal, durchaus ähnlichen Aufgabe. Auf dem Campus der Universität Augsburg gibt es im Rahmen der “Wissenswelten” der Metropolregion München eine Art Momentaufnahme zu den Herausforderungen zukünftiger Stadtentwicklung zu sehen. Lassen sich die Abhängigkeiten und die Spielräume der oft engen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zwänge und Interessen überhaupt kenntlich machen? Fast immer liegen auch hier einem Problem mehrere, nicht unmittelbar erkennbare Ursachen zugrunde. Ein erster Schritt: Der Versuch, Zusammenhänge und Verbindungen aufzeigen. Bald mehr dazu.

Grüne Medaille

Die Diskussion, ob Olympische Spiele oder andere Megaveranstaltungen mit vielen Jahren Vorbereitungszeit überhaupt noch in das ökologische Raster des 21. Jahrhunderts passen, lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen.  Egal wie man es dreht und wendet, es handelt sich um eine Materialschlacht ohne gleichen, alles für ein paar Wochen sportlichen Ehrgeiz, viel Unterhaltung und noch sehr viel mehr Kommerz. Andererseits können solche Anstrengungen ja auch wichtige Entwicklungen lostreten, deren Wirkungen sich erst langsam und im besten Sinne “nachhaltig” auswirken. Die bereits aufflammende Debatte über die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 verdeutlicht auch hier den Zwiespalt. In London findet bereist im übernächsten Sommer, 2012, die nächste Olympiade statt. Und auch dort ist die Diskussion seit längerem im Gange, wie nachhaltig und vor allem wie “grün”-innovativ das ganze Vorhaben sein kann. Felicity Carus beleuchtet im “Guardian” die Schwierigkeiten und Herausforderungen.