Photo: Ken Botnick (Design Observer)Dinge für den Alltag praktisch zu machen, das gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Designers. Leichter versprochen als entwickelt. In einem sehr lesenswerten Artikel für den Design Observer erläutern Ken Botnick und Ira Raja die künstlerische Cleverness indischer Handwerker, die mit einfachen Mitteln und sicherem Auge für das Sinnvolle und das Machbare Alltagsdinge “umfunktionieren”. Daraus ableiten liesse sich sehr schön, was es mit dem malträtrierten Buzzword Innovation eigentlich auf sich haben sollte: Elemente ohne Ressourcenexzesse so zusammenfügen, dass neue nutzwerte Anwendungen möglich sind. Die in den USA an Hochschulen und in Fachzirkeln mittlerweile intensiv geführte Debatte über “design thinking” als Produktentwicklungsprozess bekommt mit dem Erfindungsreichtum indischer Handwerker eine ziemlich pragmatische – und sympathische – Bodenhaftung. Der oben gezeigte Sattelüberzug hat vor allem den Effekt, das eigene Rad inmitten hunderter anderer, kaum unterscheidbarer Drahtesel, sofort identifizieren zu können. Weniger Rohstoffverbrauch, mehr Kreativität.