Spektakuläre Architektur ist im vergangenen Jahrzehnt zur Mode geworden. Damit lassen sich eitle Repräsentationsbedürfnisse privater ebenso wie öffentlicher Bauherren wunderbar befriedigen. Dass hinter den meisten “Wunderwerken” nicht viel Funktion und Sinnhaftigkeit steckt, sondern meist der oberflächliche Reiz einer gestylten Hülle ohne langfristig tragfähiges Konzept steckt, das ging im Rausch medienöffentlicher Aufmerksamkeit unter. Gut, Neues findet seinen Weg selten ohne Widerstände und Protest, aber Vernunft und Augenmaß, ganz besonders in Zeiten rapide schmelzender öffentlicher Mittel, schienen bei manchen kommunalen Gr0ßbauten keine wirkliche Rolle zu spielen. Ein interessantes Beispiel: Die Elbphilharmonie in Hamburg. Die schweizer Architekten Herzog & de Meuron, im Gegensatz zu anderen, eher selbstgefälligen Baukünstlern, ohne Zweifel Erstligisten in ihrem Fach, haben mittlerweile substantielle “Probleme” mit dem Senat und dem verantwortlichen Bauunternehmen Hochtief. Die Kosten haben sich bis zum gegenwärtigen Zeitunkt verdreifacht. Ende offen. Vielleicht wäre es ein paar Klassen kleiner von Anfang an auch gegangen? In der FAZ äußerte sich Pierre de Meuron zum neuen Problem -”Wahrzeichen” der Hansestadt.